Vorgestellt – Burgenland

Es herrscht Baufieber im Burgenland, denn in diesem Spiel wetteifern 2 bis 4 Spieler um den Titel des besten Baumeisters. Überall lassen die Spieler Brunnen, Häuser, Mauern und Türme entstehen. Doch es ist Eile geboten, denn sonst sind die besten Bauplätze schon weg und jemand anders erringt den begehrten Titel.

Burgenland wurde uns freundlicherweise von Ravensburger Spiele kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertung des Spiels.

Aufbau

Der Spielplan mit den Burgen wird für alle Spieler gut erreichbar in die Mitte des Tisches gelegt. Farb-, Joker-, Brunnen- und Baumeisterkarten werden gemischt. Die Farbkarten werden als verdeckter Stapel oberhalb des Spielplans bereitgelegt, die Jokerkarten als offener Stapel daneben. Brunnen- und Baumeisterkarten werden als offene Stapel auf die entsprechenden Felder des Spielplans gelegt. Der rote Anzeigestein wird auf den runden Bauplatz mit derselben Zahl wie auf der obersten Brunnenkarte gelegt. Die Bonusplättchen werden mit dem Fragezeichen nach oben auf das entsprechende Feld des Spielplans gelegt. Genauso wird mit den Tauschplättchen verfahren. Auf jede der Kreuzungen wird ein bunter Grenzstein gelegt.

Jeder Spieler erhält einen Sichtschirm und die für die entsprechende Spieleranzahl vorgegebenen Gebäude. Abschließend werden die überzähligen Gebäude, entsprechend der Anleitung, auf dem Spielplan verteilt.

Der jüngste Spieler ist der Startspieler. Er erhält vier Farbkarten und eine Jokerkarte. Im Uhrzeigersinn ziehen die anderen Spieler immer eine Farbkarte mehr als der Spieler vor ihnen, aber immer nur eine Jokerkarte.

Wettstreit der Baumeister

Jedem Spieler stehen pro Runde nur zwei Möglichkeiten zur Verfügung, er kann entweder bauen oder zwei Farbkarten ziehen. Möchte er bauen, so muss der Spieler vier Farbkarten ablegen. Die Farben der Karten müssen mindestens einer der beiden Farben der Grenzsteine entsprechen, zwischen denen die Burg liegt auf der er bauen möchte. Das Verhältnis der beiden Farben ist dabei egal. Für jede dieser Farbkarten kann alternativ auch ein Joker verwendet werden.

Damit es jedoch nicht zu einfach ist, hat jedes Bauteil noch besondere Bauregeln:

Mauer: Eine Mauer darf auf jedem freien quadratischen Bauplatz errichtet werden. Für jede Mauer, die sich nach dem Errichten in der Burg befindet, erhält der bauende Spieler eine Jokerkarte.

Palas: In jeder Burg darf sich nur ein Palas befinden. Um ein Palas bauen zu können, muss zusätzlich noch der oberste Baumeister bezahlt werden. Auf jeder Baumeisterkarte befindet sich ein Münzbetrag von 1 bis 5 und auf jeder Farbkarte ein Münzwert von 1 bis 3. Der bauende Spieler muss nun so viele Karten, egal welcher Farbe, ablegen bis der Betrag des Baumeisters bezahlt ist. Bei Überbezahlung erhält er keine Münzen in Form von Karten zurück. Danach wird der bezahlte Baumeister unter den Stapel gelegt.

Haus: Pro Haus, dass ein Spieler errichten möchte, muss eine Mauer vorhanden sein. Andernfalls darf kein Haus gebaut werden.

Brunnen: Ein Brunnen darf nur auf dem Feld errichtet werden, auf dem der rote Anzeigenstein steht. Außerdem erhält der bauende Spieler eine Belohung. Sie entspricht dem höchsten sichtbaren Wert der Brunnenablagefelder.

Die zweite Aktion, die von einem Spieler ausgeführt werden kann, ist zwei Farbkarten nachzuziehen.

Sobald ein Spieler alle seine Gebäude gebaut hat, hat er das Spiel gewonnen. Es gibt in diesem Spiel keine Siegpunkte.

Belohnungen und Joker

In Burgenland haben die Spieler drei Möglichkeiten Belohnungen in Form von Münzen zu erhalten. Münzen bedeutet in diesem Fall, dass die Spieler zusätzliche Karten erhalten:

– Beim Bau eines Brunnens

– Beim Bau auf bestimten quadratischen Bauplätzen (der Münzwert ist hier immer 3)

– Durch bestimmte Bonusplättchen (der Münzwert ist hier immer 5)

Erhält ein Spieler Münzen, so zieht er solange offen Farbkarten vom Nachziehstapel bis er den genannten Münzwert erreicht oder überschritten hat. Danach nimmt er die Karten auf die Hand.

Außerdem können die Spieler weitere Joker erhalten, indem sie beliebige Farbkarten im Wert von mindestens 6 Münzen ablegen. Pro 6 Münzen darf der Spieler 1 Jokerkarte ziehen. Dies kann jederzeit zusätzlich zur eigenen Aktion durchgeführt werden.

Die große Burg

Auf dem Spielplan befindet sich zu den normalen Burgen auch eine große Burg, in welcher die Spieler bauen können. Dort kann jedoch kein Brunnen gebaut werden, weshalb dort bereits ein Brunnen abgebildet ist. Außerdem gelten dort keine der bisherigen Bauregeln, Einschränkungen, Belohnungen oder Kosten:

Mauer: Für eine Mauer müssen die Spieler entweder vier gleichfarbige oder sechs verschiedenfarbige Farbkarten abgeben.

Haus: Für ein Haus müssen die Spieler entweder fünf gleichfarbige oder sieben verschiedenfarbige Farbkarten abgeben.

Palas: Für ein Palas müssen die Spieler entweder sechs gleichfarbige oder acht verschiedenfarbige Karten abgeben.

Bauen, Bauen, Bauen

Zu Beginn einer Partie spielt sich Burgenland recht flott, da noch fast alle Bauplätze unbebaut sind und man sich dementsprechend nicht wirklich in Quere kommt. Doch je mehr Bauplätze belegt sind, desto mehr Zeit benötigen die Spieler für ihre Züge. Sie müssen sich dann genau überlegen wie sie weiter vorgehen wollen: Welche Farbkarten benötigen sie oder tauschen sie sie lieber gegen Joker ein? Wann ist es angebracht einen Joker zu verwenden, wann und welche Bonusplättchen setzen sie ein oder bauen sie lieber in der große Burg als in einer der anderen Burgen? Hier verliert das Spiel an Spielfluß.

Zwar müssen die Spieler im späteren Verlauf einer Partie taktischer vorgehen, im Endeffekt läuft es jedoch weiterhin darauf hinaus, dass man alles seine Gebäude verbauen muss um zu gewinnen. Dies tut dem Spiel jedoch gut, denn es gibt keine Siegpunkte auf die geachtet werden muss und so können sich die Spieler voll und  ganz auf das Spielen konzentrieren. Vorallem für Kinder ist dies angenehm, denn als Spiel für eine reine Erwachsenenrunde ist Burgenland nicht geeignet.

 

Peer meint:

Burgenland ist ein Familien- bzw. Kinderspiel, für eine reine Erwachsenenrunde ist es nicht geeignet. Es verzichtet komplett auf Siegpunkte, was besonders für Kinder angenehm ist, da sie sich so voll und ganz auf das Spielen konzentrieren können und ganz klar ersichtlich ist wann jemand gewonnen hat.

Zudem ist das Spiel nicht zu komplex, was sich auch in der recht kurzen Anleitung wiederspiegelt, und kann schnell erlernt werden. Allerdings gestaltet sich das Spiel dadurch auf Dauer auch nicht sehr abwechslungsreich. Was, je nach Alter der Kinder, aber auch nicht unbedingt das Schlechteste ist. Gegen Ende einer Partie kann die Spannungskurve zudem etwas abflachen.

Das Spielmaterial von Burgenland ist für ein Ravensburger Spiel ungewohnt minderwertig. Pappmarker, Anleitung und Sichtschirme sind sehr dünn. Außerdem stehen die Sichtschirme auf wackeligen Beinen und sind sehr klein. Die Holzmarker hingegen sind von gewohnt guter Qualität und die Karten sind in Ordnung.

Stört man sich nicht an dem dünnem Spielmaterial und wackligen Spielschirmen ist Burgenland für Familienabende durchaus einen Blick wert.

 

Markus meint:

Burgenland ist ein gelunges Familienspiel und eine gute Alternative zu Die Siedler von Catan. Die Regeln sind übersichtlich, geben aber viele taktische Möglichkeiten. Wichtigster Punkt ist „Kenne deine Karten“. Die erste Partie hat gut eine Stunde gedauert. Nach den ersten zwei bis drei Durchgängen hat man das grobe Regelwerk drauf. Nach hinten raus, wenn so ziemlich alle Bauplätze belegt sind, kann es sich etwas ziehen, bis man sein Blatt für den nächsten Zug optimiert hat.

Das Material hält, allerdings stehen die Sichtschirme etwas labil. Ansonsten ist es gut.

 

Auf einen Blick

SpieldesignInka Brand, Markus Brand
IllustrationenJulien Delval
Erschienen beiRavensburger Spieleverlag GmbH
Erscheinungsjahr2014
Spieleranzahl24
Spieldauerca. 45 Minuten
Empfohlenes Alterab 8 Jahren
MechanismenKarten ziehen, Sets sammeln
Diese Informationen werden von BoardGameGeek zur Verfügung gestellt. Hier geht es zum Eintrag des Spiels auf BoardGameGeek.

Peer

Blogger, Lektor & Übersetzer. Leidenschaftlicher Spieler von Gesellschaftsspielen. Gründer von erklaerpeer.de.
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