Vorgestellt – Enigma

Enigma ist ein Brettspiel für 2 bis 4 Spieler, das euch auf einen fremden Planeten schickt. Dort trefft ihr auf ein System aus Plasmaleitungen und Brennkammern, welches Enigma getauft wurde. Der beste Ingenieur des Captains glaubt sogar, dass es sich um eine künstliche Intelligenz handeln könnte.

Doch keine Sorge, bei Enigma handelt es sich nicht um ein abgedrehtes Science Fiction Spiel, sondern um ein ganz klassisches Rätselspiel, dessen sogenannte Rahmenhandlung nur am Anfang des Spiels ganz kurz erwähnt wird und ein reines Mittel zum Zweck ist.

Enigma wurde uns freundlicherweise vom Zoch Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertung des Spiels.

Spielaufbau

Die Enigma-Karten werden entsprechend ihrer Kategorien in vier Stapel aufgeteilt und, mit der Leitungsseite nach oben, auf die dazugehörigen Rätselspeicher gelegt. Dazugehörige Rätselkomponenten werden auf die Ablageflächen der Rätselspeicher gelegt. Die Enigma-Startkarte wird gut erreichbar in die Mitte des Tisches gelegt. Ebenso gut erreichbar wird die Sanduhr platziert.

Jeder der Spieler erhält vier Spielfiguren einer Farbe und stellt eine davon auf den Wert 0 des Wertungsrades. Diese Spielfiguren sind die sogenannten Ingenieure. Zudem erhält der jüngste Spieler den Startspielermarker.

Plasmaleitungen und Brennkammern

Beginnend mit dem Startspieler und dann weiter im Uhrzeigersinn, nimmt sich jeder Spieler eine Enigma-Karte und die dazugehörigen Rätselkomponenten. Während einer Runde, darf jede Rätselkategorie nur von einem Spieler gewählt werden. Sobald jeder Spieler beides genommen hat, werden die Enigma-Karten gleichzeitig umgedreht und die Spieler beginnen damit ihr Rätsel zu lösen. Sobald jemand sein Rätsel gelöst hat bzw. glaubt es gelöst zu haben, dreht er die Sanduhr um und die anderen Spieler haben dann noch genau eine Minute Zeit um ihr eigenes Rätsel zu lösen.

Nach Ablauf der Zeit wird zusammen überprüft wer sein Rätsel gelöst hat. Nicht gelöste Rätsel gehen zurück in die Spielbox. Die gelösten Rätsel werden wieder auf ihre Leitungsseite gedreht und dann an die Enigma-Startkarte oder andere, ausliegende Enigma-Karten angelegt. Danach kann, sofern vorhanden und gewollt, einer der eigenen Ingenieure auf eine der freien Plasmakammern, der gerade platzierten Enigma-Karte, gestellt werden. Hierbei ist zu beachten, dass man seinen Ingenieur nur auf eine Plasmakammer setzen darf, wenn noch kein anderer Ingenieur auf derselben Farbe innerhalb dieser Leitung platziert wurde. Durch geschicktes Setzen der Enigma-Karten ist es jedoch möglich zwei offene Leitungen miteinander zu verbinden und so Ingenieure von verschiedenen Spielern auf gleichfarbigen Plasmakammern stehen zu haben.

Sobald eine Leitung keine offenen Enden mehr hat, werden für diese Leitung Punkte verteilt. Jeder Spieler erhält Punkte für jeden Ingenieur, den er in der geschlossenen Leitung platziert hat. Für jede Plasmakammer, die gleichfarbig ist, wie die Plasmakammer, auf der ein eigener Ingenieur steht, gibt es jeweils einen Punkt. Der zum Spieler gehörende Ingenieur auf dem Wertungsrad wird dann um die entsprechenden Punkte weitergesetzt.

Ingenieure von geschlossenen Leitungen werden anschließend vor ihren jeweiligen Spielern abgestellt und können in der nächsten Runde wieder verwendet werden. Nach jeder Runde wird der Startspielermarker im Uhrzeigersinn weitergegeben und der neue Startspieler darf sich entsprechend als erster ein Rätsel auswählen.

Sobald ein Spieler 15 oder mehr Punkte hat, gewinnt er das Spiel.

Vier Rätsel

In Enigma gibt es vier verschiedene Arten von Rätseln, das Waagerätsel, das Bruchstückrätsel, das Röhrenrätsel und das Winkelsteinrätsel.

Um die Waagerätsel zu lösen, müsst ihr eine vorgegebene Anzahl an Gewichten (Abbildung unten links auf der Karte) in die Waagschalen legen um so das Gleichgewicht herzustellen. Unter jeder Schale ist angegeben, wie viel sie wiegt. Insgesamt gibt es sechs Gewichte.

Das Bruchstückrätsel wiederum, verlangt von euch alle sieben Bruchstücke so anzuordnen, dass sie die vorgegebenen Umrisse abdecken. Insgesamt gibt es sieben Bruchstücke.

Im Röhrenrätsel müsst ihr die Rohrteile so legen, dass jedes Rohr verbunden oder abgeschlossen ist. Doch nicht immer dürfen alle Rohrteile verwendet werden. Daher finden die Spieler auf manchen Rätselkarten auch Rohrteile, die mit einem schwarzen X versehen sind. Diese Teile dürfen für das Rätsel nicht verwendet werden und müssen zur Seite gelegt werden. Insgesamt gibt es neun Rohrteile.

Um das Winkelsteinrätsel zu lösen, müsst ihr die vier Steine so zusammenbauen, dass das daraus entstehende Bauwerk, von gerade oben, genauso aussieht wie auf der vorgegebenen Abbildung. Alle Winkelsteine müssen dabei entweder auf den Tisch oder auf die anderen Steine gelegt werden. Lücken zwischen den Winkelsteinen sind nicht erlaubt.

Enigma

Enigma zu erlernen ist einfach, die Rätsel zu lösen jedoch nicht unbedingt, denn von sehr leicht bis sehr schwer ist hier alles vertreten und vor allem untereinander weichen die Rätsel, vom Schwierigkeitsgrad her, stark von einander ab. Doch auch wenn ein Spieler mal ein richtig knackiges Rätsel erwischt, zieht sich eine Runde nie zu lange hin, denn sobald die Sanduhr umgedreht wurde, hat jeder nur noch eine Minute Zeit sein Rätsel zu lösen.

Die Anleitung ist sehr übersichtlich gehalten und die Spielmechaniken werden entsprechend schnell verstanden. Das Rätselmaterial ist gut verarbeitet. Man sollte jedoch nicht zu grobmotorisch sein bei dessen Benutzung.

Der Faktor Glück ist beim Ziehen der Enigma-Karten nicht zu unterschätzen, denn es wird keine Situation geben in der jeder Spieler die gleiche Ausgangslage hat. Entsprechend gewinnt auch nicht unbedingt immer der beste Spieler. Alles andere hingegen wirkt sehr konstruiert und trübt den Spielspaß eher als ihn zu unterstützen.

 

Peer meint:

Das Hauptaugenmerk von Enigma liegt ganz klar auf den Rätseln und das ist auch gut so, denn der Rest des Spiels fühlt sich doch sehr konstruiert an. Vor allem die anfänglich erwähnte Geschichte sollte man gleich wieder aus dem eigenen Gedächtnis streichen. Hier hätte sich der Hersteller ruhig mehr Mühe geben können um ein runderes Produkt zu schaffen.

Die Rätsel selbst sind sehr unterschiedlich gestaltet und stellen entsprechend andere Anforderungen an die Spieler. Leider schafft es Enigma jedoch nicht eine halbwegs gleiche Ausgangssituation für die Spieler zu schaffen. Dies liegt vor allem daran, dass die Rätsel in ihrer Schwierigkeit stark von einander abweichen und beim Ziehen der Enigma-Karten immer der Faktor Glück im Spiel ist.

Sind Rohren- und Waagerätsel noch recht leicht zu lösen, so bereiten Winkel- und vorallem Bruchstückrätsel den Spielern doch einiges an Frust. Kommt dann auch noch hinzu, dass die Spieler nur noch eine Minute Zeit haben um ihre Rätsel zu lösen, so wird der Frust nur noch größer. Dies sorgt außerdem dafür, dass die einfacheren Rätsel meist zuerst gewählt werden um wenigstens ein paar Punkte zu machen.

Enigma ist definitiv ein Spiel nur für Rätselfreunde, die sich nicht von einer unausgewogenen Balance abschrecken lassen, denn die Rätsel zu lösen macht Spaß. Auch nachdem die Zeit abgelaufen ist, lässt man meist nicht von einem Rätsel ab, denn man will es unbedingt lösen.

 

 

Auf einen Blick

SpieldesignTouko Tahkokallio
IllustrationenVictor Boden, Paul Laane
Erschienen beiAlbi, Competo / Marektoy, Filosofia Éditions, Z-Man Games, Inc., Zoch Verlag
Erscheinungsjahr2012
Spieleranzahl24
Spieldauerca. 45 Minuten
Empfohlenes Alterab 8 Jahren
MechanismenKarten ziehen, Pattern Recognition, Legen
Diese Informationen werden von BoardGameGeek zur Verfügung gestellt. Hier geht es zum Eintrag des Spiels auf BoardGameGeek.

Peer

Blogger, Lektor & Übersetzer. Leidenschaftlicher Spieler von Gesellschaftsspielen. Gründer von erklaerpeer.de.
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