Vorgestellt – Jäger und Sammler


Alles gut verstaut

Wie bringe ich als Stammeshäuptling meine Steinzeitsippe ohne größere Verluste durch den Winter?
Da hilft nur eins, jagen und sammeln und zwischendurch noch das eine oder andere wertvolle Gut beiseite bringen, wie z.B. Felle, Halsketten oder Tonkrüge. Doch womit nur die riesigen grauen wohlschmeckenden Zottelviecher erlegen? Wohl dem, der im Sommer für genügend Jagdwerkzeuge in Form von Steinäxten und Pfeil und Bogen gesorgt hat, wenn im Winter besagte Viecher in Herden auftreten.

Doch halt, was passiert wenn man im Sommer nicht genügend Vorräte im Winterlager vorbereitet hat, dann hat man im Winter nicht die volle Mannstärke fürs Jagen und Sammeln. Und damit schnell das Nachsehen hinter den anderen Stämmen.

Jäger und Sammler wurde uns freundlicherweise von Amigo zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertung des Spiels.

Der Inhalt

Das Spiel enthält insgesamt 200 Spielplättchen und dass das ganz schön viele sind, merkt man, wenn man sie alle aus den Stanzbögen herausgedrückt hat. Erfreulicherweise verfügt die Box über ein praktisches Inlay in das alle Komponenten gut wegsortiert werden können. Außerdem enthalten sind eine Spielanleitung, ein Wertungsblock und ein faltbares Spielbrett mit stimmigen Winter- und Sommerillustrationen.

Gewonnen hat, wer am Ende die meisten Punkte vorzuweisen hat.

Aufbau

Das spielbereite Sommersetup

Der Aufbau geht ziemlich schnell von statten. Die Plättchen werden nach Sommer- und Winterplättchen getrennt (wenn man das nicht schon beim Wegräumen nach der letzten Partie erledigt hat). Die Sommerplättchen werden verdeckt gemischt und zufällig auf dem Spielbrett verteilt, die Winterplättchen erstmal bei Seite gelegt.

Jeder Spieler erhält die vier Vorratskisten und die vier Spielfiguren seiner Farbe. Die Vorratskisten legt man vor sich ab und je eine eigene Spielfigur wird auf jedes der Sommerlager gestellt.

Unkomplizierte Regeln

Nun zu den Regeln. Es gibt eine Hauptregel, entweder bewegt man eine eigene Figur zwei Plättchen weit oder zwei eigene Figuren ein Plättchen weit. Das ist eigentlich schon alles.

Okay zugegeben, etwas komplexer sind die Regeln dann doch, aber ich möchte an dieser Stelle nur die wichtigsten einmal kurz zusammenfassen. Verlässt eine Figur ein Plättchen, nimmt sich der Spieler das entsprechende Plättchen und legt es verdeckt vor sich ab. Für das Fangen der Mammuts muss ein Waffenplättchen abgelegt werden, sonst dürfen die Mammutplättchen erst gar nicht betreten werden. Um für den Winter vorzusorgen, müssen die Vorratskisten in die Winterlager geschafft werden, sonst hat man im Winterdurchgang nicht die volle Mannstärke fürs Jagen und Sammeln. Höhlenplättchen stellen Möglichkeiten für Abkürzungen da, von einem Höhlenplättchen kann man sich auf ein beliebiges anderes Höhlenplättchen bewegen.

Diese groben Regeln sollte man im Hinterkopf behalten und sich geschickt die Routen für seine Figuren überlegen, um so die Ausbeute so gut wie möglich zu optimieren.

Auf der Jagd

Sommer- und Winterplättchen

Gespielt wird der Reihe nach, laut Anleitung darf der haarigste Spieler beginnen, also ich. Zu Beginn sollte man immer im Auge haben, dass man seine vier Vorratskisten in die Winterlager bekommt und genügend Waffenplättchen zusammensammelt, sonst wird das nichts mit der Mammutjagd im Winter, denn die Punkte für ein Mammutplättchen sind bei der Endabrechnung nicht zu vernachlässigen. Und die meisten Mammuts, das weiß der geneigte Jäger ja, kommen im Winter ins Tal.

Auch sollte man zusehen, dass man unterwegs wertvolle Güter einsammelt. Allerdings muss man immer darauf achten, dass man seine Spielfiguren nicht selbst isoliert. Kann man sie nicht mehr von einem Plättchen auf ein anderes bewegen, sind sie quasi gefangen, können jedoch als einzige Aktion noch vom Spielbrett entfernt werden, um das unter ihnen befindliche Plättchen zu erhalten. Dadurch kann man deutlich ins Hintertreffen geraten. Es gilt aber, nicht nur auf die eigenen Züge zu achten, sondern auch auf die der Mitspieler, denn sonst sitzt man genauso schnell in der Tinte. Trotzdem, nicht zu viel grämen, sondern das Beste daraus machen und die Mitspieler selbst in eine Falle locken.

Richtig schlimm wird es jedoch, wenn die Gegner es schaffen ihre Vorratskisten in die Winterlager zu bringen und anschließend die Zugänge kappen. Dann ist man im Winter wirklich in den Allerwertesten gekniffen.

Eine isolierte Figur

Der Sommer endet, sobald alle Sommerplättchen erfolgreich eingesammelt worden sind, oder aber keine Figur mehr gezogen werden kann. In diesem Fall gehen alle nicht erbeuteten Plättchen zurück in die Schachtel und bringen bei der Abrechnung keine Punkte. Die Wege- und Höhlenplättchen verbleiben so wie sie sind auf dem Spielbrett.

Normalerweise folgt auf den Sommer erstmal der Herbst, aber den lassen wir aus und kommen direkt zum Winter. Die am Anfang der Partie zur Seite gelegten Winterplättchen werden nun auf dem Spielbrett verteilt und jeder Spieler darf je eine Figur in ein Winterlager stellen, in das er zuvor eine Vorratskiste gebracht hat. Hat ein Spieler nicht alle Kisten verteilen können, hat er Pech gehabt und muss nun mit weniger Figuren weiterspielen.

Beim Aufbau sollte man die Kinder mit einbeziehen, zum einen geht es schneller und zum anderen kommt während der Downtime keine Langweile auf. Man sollte als Elternteil auch durchaus mal ein Auge zudrücken, wenn die lieben Kleinen auf einmal eine Herde Mammuts um das Lager gruppieren, in dem man als Vater nun gerade keine Figur für das Winterhalbjahr hat. Anschließend werden die Vorratskisten wieder vor den Spielern abgelegt.

Der Punkteblock

Der Winter wird genauso gespielt wie der Sommer, nur dass die Vorratskisten nun in die Sommerlager gebrachten werden können, um dafür Punkte zu erhalten. Auch gibt es im Winter viel mehr Mammuts als im Sommer. Auch der Winter endet, wenn alle Plättchen erfolgreich eingesammelt worden sind oder keine Figur mehr gezogen werden kann. Nun zählen die Spieler ihre Punkte zusammen und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

 

Markus meint

Mein Fazit für dieses Spiel ist schnell zusammengefasst. Jäger und Sammler ist ein gelungenes Familienspiel, das ohne jeglichen Regeloverhead auskommt und viel Spaß macht. Es ist schnell aufgebaut und bei uns hat keine Runde länger als 30 – 40 Minuten gedauert. Besonders schön ist, dass es kein Würfelpech gibt, so kann kein Frust bei den Kindern aufkommen. Bei jüngeren Mitspielern sollte man vielleicht darauf achten, dass man sie nicht absichtlich in die Situation bringt, sich zu isolieren und ihnen mit dem ein oder anderen kleinen Tipp das Leben etwas leichter zu machen. Bei meiner großen Tochter ist das jedoch nicht mehr notwendig.

Meiner Tochter macht das Spiel sehr viel Spaß, sie hilft gerne beim Aufbau, was vielleicht daran liegt, dass sie so etwas gezielten Einfluss auf die Verteilung der Plättchen hat. Spaß macht ihr auch das Zusammenzählen der Punkte am Ende.

 

Auf einen Blick

SpieldesignReiner Knizia
IllustrationenClaus Stephan
Erschienen beiAMIGO, Fantasmagoria, Piatnik
Erscheinungsjahr2010
Spieleranzahl24
Spieldauerca. 45 Minuten
Empfohlenes Alterab 10 Jahren
MechanismenEnclosure, Bewegen auf Raster, Merken, Sets sammeln
Diese Informationen werden von BoardGameGeek zur Verfügung gestellt. Hier geht es zum Eintrag des Spiels auf BoardGameGeek.

Weitere Bilder

Markus

Ich betreue bei erklaerpeer das Småland und bin für den Bereich Kinder- und Familienspiele zuständig.
Außerdem unterstütze ich Peer in seiner Tätigkeit als Übersetzer.

Über Markus

Ich betreue bei erklaerpeer das Småland und bin für den Bereich Kinder- und Familienspiele zuständig. Außerdem unterstütze ich Peer in seiner Tätigkeit als Übersetzer.
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