Vorgestellt – Saboteur, das Duell

Gold, Gold, Goold, Gold, Gold,  Gooooooold. Als langjährige Rollenspielerin kommt mir sofort dieses Lied in den Sinn, wenn ich an Zwerge denke. Und natürlich erfüllen auch die beiden Zwerge, um die es im heute vorgestellten Kartenspiel geht, voll das Klischee. Mit Spitzhacke, Lampe und Lore geht es in den dunklen Fels hinab: Wir suchen Gold.

Spielmaterial (leider kein echtes Gold)

Das Spielmaterial

Zwei goldgierige Spieler werden für dieses Duell benötigt. Dazu ein bisschen Platz und die handliche und für Kartenspiele übliche Schachtel. Insgesamt 36 Wegekarten, 18 Aktions- und 18 Zielkarten sind in der Packung. Dazu noch zwei Karten, auf denen die Kontrahenten abgebildet sind: Ein Zwerg im grünen und einer im blauen Hemd. Die gleichen Zwerge gibt es auch noch einmal als kleine Pappaufsteller-Figuren. Außerdem zwei Schlüsselplättchen und 8 Marker, von denen je eine Seite grün und eine blau ist. Und wo ist jetzt das Gold, werdet ihr euch sicher fragen. Aber keine Sorge, die goldenen Nuggets funkeln auf den Wege- ebenso wie auf den Zielkarten.

Auf in den Stollen, fertig, los!

Die beiden Protagonsiten

Auf den zwei Startkarten ist jeweils eine Leiter in der Farbe eines Zwerges, grün oder blau, zu sehen, an der eine Zipfelmütze hängt. Diese werden mit einer Kartenlänge Abstand zueinander auf den Tisch gelegt. Die Karte ist gleichzeitig die erste Wegkreuzung. Von hier aus geht’s in alle Richtungen weiter. Natürlich gibt es im Stollen überall Gold zu finden. Aber besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf den Zielkarten, von denen wir jetzt sechs ziehen. Diese werden in einigem Abstand vom Startpunkt ebenfalls ausgelegt. Wer zuerst einen Weg von seiner Startkarte zum Gold gebildet hat, schnappt sich den glänzenden Schatz. Egal ob das Gold auf einer gerade neu angelegten Karte liegt, oder der neue Weg bis zu einer der zielkarten führt, die dann aufgedeckt wird. Sich bis zu den Zielkarten vorzuarbeiten ist also auf jeden Fall eine gute Idee für einen goldgierigen Zwerg. Wer zuerst ein Stück Gold erreicht, der legt einen Marker in seiner Farbe darauf, um den Besitz zu kennzeichnen. Das Ziel des Spieles besteht, wie könnte es anders sein, natürlich darin über drei Spielrunden hinweg das meiste Gold zu horten. Noch schnell die Wege- und Aktionskarten zu einem Nachziehstapel mischen, jedem sechs Handkarten austeilen und auf geht’s.

Der Weg zum Gold

der Weg zum Gold ist nicht immer leicht: Leitern, Türen, Stollentrolle

Mit den Wegekarten, die wir in der Hand halten, kann jeder Zwerg sein Tunnelsystem ausbauen. Darauf gibt es Kreuzungen, Brücken, Kurven und Sackgassen. Und mit ein bisschen Glück auch schon das erste Gold. Ein paar gemeine Tricks sind auch dabei: Türen in blau oder grün, die jeweils für den andersfarbigen Zwerg so lange ein Hindernis darstellen, bis er eine der wenigen Schlüsselkarten im Nachzugstapel findet. Leitern, mit denen der farblich passende Zwerg direkt von der Startkarte bis an die Tunnelstelle gelangt, wo die Leiter wieder aus dem Boden schaut. Und leider auch: Stollentrolle! Diese habgierigen Gesellen lassen einen harmlosen Zwerg nur passieren, wenn der ihnen ein Goldstück überlässt. Und zwar ein ganzes! Wahrhaft eine Frechheit, sowas.

Goldiger Gegner

Sabotieren und Reparieren: grüne und rote Symbolkarten

Doch nicht nur im Stollen selbst lauern die Tücken. Der Kartenstapel enthält auch noch Aktionskarten. Diese dienen dazu den gegnerischen Spieler zu sabotieren. Denn schließlich heißt das Spiel ja, richtig, Saboteur. Es gibt rote und grüne Aktionskarten mit verschiedenen Problemen. Die roten legt man seinem Gegner vor die Nase. Da gibt es Lampe aus, Spitzhacke zerbrochen und Lore entgleist, eins ärgerlicher als das Andere. Sobald einem Zwerg sowas passiert, kann er nicht mehr an seinem Tunnel arbeiten. Stattdessen gilt es jetzt, den Schaden schnell zu beheben. Und das geht nur mit der jeweils passenden Karte in grün. Hat der sabotierte die nicht auf der Hand, kann das schon mal dazu führen, das der weitere Spielverlauf sich vom Buddeln im Fels zum Wühlen im Nachziehstapel verlagert. Und ganz nebenbei kann der Gegner auch noch einen Steinschlag aus der Zipfelmütze zaubern, und damit den mühsam errichteten Tunnel zum Einsturz bringen.

Schlagabtausch

ein Duell in vollem Gange

Sobald das Spiel begonnen hat, geht es Schlag auf Schlag. Ich baue einen Tunnel, mein Gegner eine Verbindung dazu. Was will der denn hier? Ich zücke erst mal eine rote Karte für ihn, seine Lore entgleist. Das hilft leider wenig, er hat die passende grüne Karte, um sie wieder flott zu machen. Mist, jetzt hat es meine Lampe erwischt. Auf der Suche nach der passenden Gegenkarte tausche ich jede Runde Karten. In der Zwischenzeit baut mein Gegenüber ungestört am Wegenetz und damit daran, mir das Gold wegzuschnappen. Da endlich, ich ziehe eine grüne Lampe. Und noch dazu eine Wegkreuzung mit einem Goldklumpen darauf. Was für ein Glück! Weg mit der kaputten Lampe und schnell den Gang entlang geflitzt. Das Gold ist alles meins!
Wir bauen, sabotieren und reparieren in hitzigem Gefecht. So geht jede Spielrunde sehr schnell vorbei. Bis das Gold endgültig gezählt wird, werden drei Runden gespielt. Da kann viel passieren. Dieses Mal hat mein Gegner gewonnen, mit ganzen fünf Goldstücken. Immerhin drei kann ich auch vorweisen. Auf in die nächste Runde, diesmal zeig ich’s ihm!

Vera meint:

Saboteur ist ein unterhaltsames, kurzweiliges Spiel für Zwei. Da es so einige Regeln zu beachten gibt, dauert es am Anfang ein bisschen, bis man ein Gefühl für dieses Spiel entwickelt. Erst nach einigen Runden kann man das volle Potential an gemeinen Tricks und Sabotagen voll entfalten, dann macht das Ganze kleinen und großen Zwergen richtig Spaß. Das Regelwerk scheint hier und da noch nicht völlig ausgereift zu sein. Gefühlt ist es zum Beispiel unmöglich, mit den doch recht wenigen Wegkarten, die pro Runde zur Verfügung stehen die Zielkarten überhaupt zu erreichen. Bei uns hat es sich bewährt, die Zielkarten ein bis zwei Kartenbreiten näher an die Startkarten zu rücken. Damit wird das Spiel spannender und flüssiger. Insgesamt ein empfehlenswertes Spiel für Zwischendurch.

Auf einen Blick

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Vera

Spielkind, Biologin,Wissenschaftsnerd. Mit Herz, Pinsel und Tastatur an diesem Blog beteiligt.

Über Vera

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