Vorgestellt – Wer holt die Kuh vom Eis?

Eine Kuh auf dem Eis? Wie ist die da hingekommen? Egal, ist ein Kinderspiel, da muss nicht alles logisch sein. Wobei… Wenn ich so in meine eigene Sammlung schaue, dann ist da auch nicht immer alles – aber lassen wir das. Wie auch immer die Kuh aufs Eis kam, in dieser Memory-Variante gilt es, gut aufzupassen und aufmerksam zu horchen, was die anderen Spieler so aufdecken.

Wer holt die Kuh vom Eis? wurde uns freundlicherweise von Schmidt Spiele kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertung des Spiels.

Überblick

Die bündig schließende Blechdose (warum gab es sowas früher nicht?) ist randvoll gepackt mit 4 Tafeln, 28 Plättchen, einem Regelheft und einer symbolischen Siegermedallie. Die Plättchen sind aus durchschnittlich dicker, aber robuster Pappe gefertigt. Die Tafeln hingegen sind extradick ausgeführt, sodass auch versehentliches Draufknien oder -treten keine Spuren hinterlässt.

Wer holt die Kuh vom Eis (fortfolgend „das Spiel“) ist eine Variation von Memory. Auf den Tafeln sind jeweils 6 Abbildungen der Kuh in verschiedenen Situationen auf, über oder auch im Eiswasser abgebildet, darunter der Ritt auf einer Rakete oder auf einem Floß dahintreibend. Jede der Abbildungen hat ein entsprechendes Gegenstück auf den Plättchen. 4 Dieser Plättchen zeigen 2x einen Wirbelsturm, und 2x ein Thermometer. Ziel des Spiel ist, als erster die zur eigenen Tafel passenden Plättchen zu finden.

Ich sehe eine Kuh, die…

Passt nicht!

Die Grundidee des Spiels ähnelt also dem typischen Memory-Spiel, nur dass hier die Hälfte der Plättchen (d.h. die auf den Tafeln) bereits aufgedeckt sind. Die Besonderheit ist hier, dass die Spieler die Plättchen nicht offen umdrehen, sondern im Geheimen ziehen und beschreiben, was darauf abgebildet ist. Passt das Plättchen auf die eigene Tafel, legt man es dort ab. Passt es nicht, legt man es verdeckt zurück. Wer denkt, dass die Beschreibung zu einer Abbildung auf der eigenen Tafel passt, sollte sich dieses Plättchen dann gut merken, um im nächsten Zug zuzugreifen.

Die 4 zusätzlichen Plättchen erweitern das Spiel für etwas größere Kinder optional um weitere Regeln. Zieht ein Spieler einen Wirbelsturm, werden alle noch nicht auf Tafeln liegenden Plättchen gemischt und durcheinandergewirbelt. Zieht man das Thermometer, darf man 2 weitere Plättchen ziehen. Einmal gezogen, werden diese Sonderplättchen in die Dose zurückgelegt.

Wem es gelingt, seine Tafel als erstes zu vervollständigen, gewinnt und bekommt die Medallie.

…weiß ich nicht.

Die Sonderplättchen und Siegermedallie

Jedes Plättchen zeigt mal mehr mal weniger detaillierte Situationen, die von verschiedenen Kindern ganz unterschiedlich beschrieben werden, die Kleineren scheitern jedoch manchmal daran. Nicht jedes Kind weiß etwas mit dem Hängegleiter, Snowboard, Jetski und Wasserski anzufangen und tut sich schwer das zu beschreiben

Laut Box ist das Spiel ab 2 Spielern spielbar, was aus meiner Sicht mit der offiziellen Variante jedoch ziemlich witzlos ist. Diese sieht vor, dass dann beide Spieler mit je 2 Tafeln spielen. So oder so ist aber in jedem Zug offensichtlich, wem das Plättchen gehört. Gehört es nicht dem einen Spieler, gehört es zwangsläufig auf eine der Tafeln des anderen Spielers, was auch meine Tochter ziemlich schnell durchschaut hat. So ist das Spiel eher langweilig.
Wir spielen es zu zweit deshalb so, dass jeder Spieler eine einzelne Tafel nutzt und die Plättchen eines dritten, nicht anwesenden Spielers eingemischt werden. Dessen Tafel bleibt in der Box. So ist nicht sofort offensichtlich, wessen Plättchen da gezogen wurde und man muss der Beschreibung aufmerksam lauschen.

 

Papa und Kind meinen:

Die Haupttesterin holt die Kuh gern immer mal wieder hervor (bze.vom Eis), tut sich jedoch mit dem Geheimhalten der Plättchen schwer (das hängt natürlich vom jeweiligen Kind ab). Da die Partien nur etwa 10 Minuten beanspruchen, fordert sie meist eine zweite Runde ein.

Mir, dem klassisches Memory langsam zum Hals heraushängt, gefällt diese Variante ebenfalls gut und ich habe nur wenig zu meckern. Hier wird weniger das Gedächtnis, als vielmehr die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder angesprochen, sodass die Kuh klassisches Memory nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Einzig die etwas exotischeren Begriffe finde ich unglücklich gewählt. Mitunter gingen die Plättchen unkommentiert zurück oder wurden verzweifelt aufgedeckt, weil manches jüngere Kind (3+) nichts damit anzufangen wusste. Hier hätte ich mir teilweise alltäglichere Begriffe/Szenen gewünscht, die für Kinder leichter zu umschreiben sind, oder zumindest bekanntere Dinge zeigen als eine Kuh im Hängegleiter.

Die Fertigungsqualität der Teile, die Optik und die Blechdose gefallen mir sehr gut. Das Spiel nimmt ausgebreitet wie eingepackt wenig Platz ein und passt in jeden Reiserucksack.

 

Auf einen Blick

SpieldesignIngeborg Ahrenkiel
Erschienen beiSchmidt Spiele
Erscheinungsjahr2015
Spieleranzahl24
Spieldauerca. 10 Minuten
Empfohlenes Alterab 3 Jahren
Diese Informationen werden von BoardGameGeek zur Verfügung gestellt. Hier geht es zum Eintrag des Spiels auf BoardGameGeek.

Pierre

Brettspieler, zelotischer Miniaturenbemaler und Gelegenheitsübersetzer.
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