Vorgestellt – Yooloo

Update 07.11.2016: Wir haben ein Detail der Vorstellung angepasst. In der vorherigen Version hieß es, dass bei einem nicht auflösbaren Unentschieden die Punktekarte aus dem Spiel genommen wird, dies ist jedoch falsch. Für die entsprechende Runde gehen die Spieler zwar leer aus, doch die Punktekarte wird der nächsten Punktekarte hinzugefügt und somit geht es dann um noch mehr Punkte.

YOOLOO ist ein Stichspiel, das genauso schnell gespielt wie auch erklärt ist und sich auf das Wesentliche beschränkt. Schnappt euch möglichst viele Stiche und Punkte.

Überblick

YOOLO kommt in einer kompakten Schachtel daher, die insgesamt 90 Spielkarten und eine Spielanleitung beinhaltet. Drucken manche Hersteller ihre Anleitung auf Spielkarten so ist dies meist unübersichtlich und das Sortieren der Karten nervt, doch bei YOOLOO hätte dies vollkommen ausgereicht. Die Qualität des Spielmaterials kann sich sehen lassen, die Spielkarten fühlen sich gut an und sehen auch nach vielen Spielen nicht „angefressen“ aus. Gespielt werden kann es mit insgesamt 8 Spielern und da nicht viel Platz benötigt wird, kann es so ziemlich überall gespielt werden.

Einfach einfach

In YOOLOO erhält jeder Spieler einen Stapel mit 10 Karten auf denen jeweils die Zahlen 1 bis 10 aufgedruckt sind, welche sie in beliebiger Reihenfolge jeweils als verdeckten Stapel vor sich ablegen. Sie auch einfach nur zu mischen ist ebenfalls erlaubt. Danach legt jeder Spieler seinen Kartenstapel verdeckt vor sich ab.

Von 1 bis 10 – Die Spielkarten

Zusätzlich gibt es noch 10 Punktekarten, mit den Werten 1 bis 10, die in aufsteigender Reihenfolge als offener Stapel bereitgelegt werden. Um diese Punkte spielen die Spieler.

Nun deckt jeder Spieler die oberste Karte seines Stapels auf und der Spieler mit der höchsten Zahl erhält die Punktekarte mit dem Wert 1. Danach decken die Spieler ihre nächste Karte auf und die höchste Zahl gewinnt die Punktekarte mit dem Wert 2, usw. Kommt es bei der höchsten Zahl zu einem Unentschieden, erhält der Spieler mit der nächsthöchsten Zahl die Punktekarte. Kann ein Unentschieden nicht aufgelöst werden, gehen in der entsprechenden Runde alle Spieler leer aus. Die Punkte sind jedoch nicht verloren, denn die Punktekarte wird zur nächsten Punktekarte hinzugefügt und die Spieler kämpfen nun um noch mehr Punkte. Es wird solange gespielt, bis alle Punktekarten gewonnen wurden.

Am Ende zählen die Spieler ihre Punkte zusammen und der Spieler mit der höchsten Punktzahl gewinnt. Nun kann jeder Spieler seinen Kartenstapel neu sortieren und los geht die nächste Runde. Wer möchte kann die Punkte aller Partien zusammenzählen und hinterher den Gesamtsieger küren.

 

Einige Punktekarten

Peer meint

Zugegeben, der Name YOOLOO verursacht bei mir Kopfschmerzen (Assoziationen zum Jugendslang lassen grüßen) , aber dennoch hatte ich Spaß mit diesem Spiel.

Es ist nicht anstrengend oder schwer, sondern einfach gehalten und auf das Wesentliche reduziert. YOOLOO ist ein Spiel für zwischendurch und nebenher, gerade auch für draußen, bei einem gemütlichen Grillabend oder wenn man mit Freunden auf einer Con oder einem Markt die Seele baumeln lässt. Empfehlenswert ist es mit Gruppen ab 5 oder 6 Spielern zu spielen, denn hier besteht eine höhere Chance, dass auch kleinere Zahlen große Punkte absahnen, weil sich die anderen Spieler gegenseitig behindern.

Man muss sich allerdings auf YOOLOO einlassen können, denn YOOLOO pfeift auf Taktik oder Tiefgang. Glück ist hier euer ständiger Begleiter. Zwischen den Runden könnt ihr euren Kartenstapel anpassen und so versuchen eventuell mehr Punkte zu erhaschen, das war’s dann aber auch schon mit dem „Einfluss“. Gerade Wenigspieler sollten mal einen Blick riskieren und das Spiel ausprobieren (Vergesst das Bier dabei allerdings nicht). Taktiker und Strategen lassen die Finger von YOOLOO.

 

Pierre meint

Während der Runden, denen ich beiwohnte (3-4 Spieler) fragte ich sowohl Peer als auch mich: Worin besteht denn hier das Spiel? Eine Antwort habe ich bis heute nicht. Die Idee zielt darauf ab, vorherzusehen, welche Zahlen die anderen Spieler zur jeweiligen Punktekarte auslegen werden und entsprechend die vermeintlich sinnvollste Karte vorzubereiten. Da jeder anders beurteilt, welcher Punktebereich (hoch, mittel, niedrig) am attraktivsten ist, und bei welchem man leichter punkten kann, fallen die Ergebnisse im Endeffekt einfach nur zufällig aus. In der nächsten Runde wird dann jeder seine „Strategie“ anpassen, und dem Zufall wird erneut genüge getan. Rinse and repeat.

Mir fehlt die Möglichkeit, Einfluss auf das Ergebnis nehmen zu können, eine Taktik anwenden zu können, die auf begründeten Vermutungen basiert. Aber das passt einfach nicht ins Konzept, und deshalb sehe ich auch kein Spiel in YOOLOO. Dass das Spiel ab fünf Spielern spaßiger sein soll wage ich zu bezweifeln, da hier noch mehr Leute ihre Vermutungen ins Feld werfen. Klar, dann kann und wird es auch mehr Gleichstände geben, von denen ich profitieren kann – aber das gilt für jeden anderen Spieler auch. Ein Nullsummenspiel.

Wer YOOLOO vor dem Kauf (für mich ist die Qualität der Karten das einzige Argument für das Spiel) ausprobieren möchte, kann es auch in vollem Umfang mit in jedem Haushalt zu findenden Rommeé- (volle 10 Karten pro Spieler) oder Skat-Blättern (nur 8 Karten) spielen. Nur die Zahlen 1 bis 10 der Punktekarten muss man noch zu Papier bringen (oder eben auch aus einem anderen Blatt fleddern). Irgendwo hat schließlich jeder noch Omas 300 Spiele in einer Box im Keller herumliegen.

 

Auf einen Blick

SpieldesignDenny Malingriaux
IllustrationenDenny Malingriaux
Erschienen bei(Self-Published)
Erscheinungsjahr2016
Spieleranzahl38
Spieldauer545 Minuten
Empfohlenes Alterab 6 Jahren
MechanismenStechen
Diese Informationen werden von BoardGameGeek zur Verfügung gestellt. Hier geht es zum Eintrag des Spiels auf BoardGameGeek.

Peer

Blogger, Lektor & Übersetzer. Leidenschaftlicher Spieler von Gesellschaftsspielen. Gründer von erklaerpeer.de.
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